
Herzdiagnostik
im Radiologie Zentrum Bremen
Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems bezeichnet man auch als kardiovaskuläre Erkrankungen. Sie gehen vom Gefäßsystem und/oder vom Herzen aus, können zu Herzinsuffizienz, koronarer Herzerkrankung und Herzinfarkt führen und zählen damit zu den häufigsten Krankheiten in Deutschland. Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind Vorerkrankungen wie Hypertonie (Bluthochdruck), Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Adipositas sowie gesundheitsbeeinträchtigende Verhaltensweisen wie Rauchen, körperliche Inaktivität und ungesunde Ernährung.
Eine rechtzeitige Früherkennung kann bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen dazu beitragen, Gesundheit zu erhalten und Leben zu retten.
Ihr Vorteil
Je nach Fragestellung tragen heutzutage die CT und die MRT des Herzens erheblich zur kardiologischen Diagnostik bei und sind für die zuweisenden Kardiologen nicht mehr wegzudenken. So ist z.B. die CT des Herzens in den aktuellen kardiologischen Leitlinien bezüglich Diagnostik und Therapie der chronischen koronaren Herzerkrankung bereits jetzt als diagnostisches Mittel der ersten Wahl vorgesehen, um als Vorschalttest den Großteil der bisher unnötig durchgeführten invasiven Herzkatheteruntersuchungen zu vermeiden. Ferner ist die kardiale MRT in der Lage, zuverlässig Fragen nach Minderdurchblutung oder Entzündungen des Herzmuskels oder anderen Herzerkrankungen wie Kardiomyopathien zu beantworten.
Kardio-CT (Herz-CT)
Bei der Computertomographie des Herzens (Kardio-CT) handelt es sich um ein modernes Röntgenverfahren, welches eine schonende Alternative zu einer diagnostischen Herzkatheteruntersuchung darstellt. Im Gegensatz zu einer Herzkatheteruntersuchung kann eine Kardio-CT ambulant und nicht-invasiv durchgeführt werden. Nicht-invasiv bedeutet hierbei, dass kein Katheter über eine Arterie in die Herzkranzgefäße eingeführt werden muss.
Welche Ergebnisse liefert eine Kardio-CT-Untersuchung?
Mit Hilfe der Kardio-CT kann eine relevante Stenose (Engstelle der Herzkranzgefäße) mit einer Sicherheit von annähernd 100% ausgeschlossen werden. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass wenn in einer Kardio-CT keine relevante Stenose gefunden wird, diese auch sicher ausgeschlossen ist. Ein invasiver Herzkatheter ist in einem solchen Fall dann nicht mehr notwendig.
Darüber hinaus wird bei einer Kardio-CT-Untersuchung auch der Grad der Verkalkungen der Herzkranzgefäße gemessen (sogenannte Koronarkalk-Quantifizierung). Die Höhe des gemessenen Koronarkalkes hängt unmittelbar mit dem Risiko zusammen, innerhalb der nächsten 5 Jahre einen Herzinfarkt zu erleiden. Somit eignet sich das Verfahren exzellent, um eine Festlegung des individuellen Risikos von Patienten vorzunehmen. Auf Basis des festgestellten Risikos kann dann eine medikamentöse Therapie festgelegt werden um einem Herzinfarkt sinnvoll vorzubeugen. Hinsichtlich der individuellen Risikostratifizierung ist die Koronarkalk-Quantifizierung sowohl klinischen Test als auch Laboruntersuchungen überlegen.
Wann ist eine Kardio-CT-Untersuchung sinnvoll?
Eine Kardio-CT-Untersuchung ist für Personen mit einem mittleren kardialen Risikoprofil sinnvoll. Ein mittleres kardiales Risikoprofil hängt davon ab, ob Personen unter einem oder mehreren der folgenden Risikofaktoren leiden:
- Bekannte Herz- oder Gefäßerkrankungen bei Verwandten ersten Grades
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
- Nikotinkonsum (Rauchen)
- Hyperlipidämie (erhöhte Blutfette)
- Hyperurikämie (Gicht)
- Bewegungsmangel
Sind bei Personen Risikofaktoren erfüllt, ist eine kardiologische Vordiagnostik empfehlenswert. Ergänzend hierzu liefert die Kardio-CT-Untersuchung die oben beschriebenen Erkenntnisse, um eine bestmögliche Therapie beziehungsweise präventive Maßnahmen festzulegen.
Wie läuft eine Kardio-CT-Untersuchung ab?
Da das Herz ständig in Bewegung ist, muss bei einer Kardio-CT-Untersuchung die Aufnahme der Bilder in Abstimmung mit einem während der Untersuchung gleichzeitig aufgenommenen Elektrokardiogramm (EKG) erfolgen. Hierfür werden während der Untersuchung vier EKG-Elektroden auf der Brust angebracht. Die Untersuchung erfolgt stets in bequemer Rückenlage und dauert insgesamt nur etwa 10 Minuten. Vor der Untersuchung wird den Patienten zunächst eine sogenannte Venenverweilkanüle in der Ellenbeuge gelegt. Über diese kleine Kanüle wird zur Darstellung der Herzkranzgefäße – nach der Messung des Verkalkungsgrades der Herzkranzgefäße – ein jodhaltiges Kontrastmittel injiziert. Ist die Herzfrequenz bei Patienten sehr schnell, wird gegebenenfalls vor der Untersuchung ein Medikament zur Senkung der Herzfrequenz verabreicht.
Prinzipiell können alle Patienten mittels Kardio-CT untersucht werden. Durch die Gabe von Kontrastmittel muss jedoch vor einer Kardio-CT-Untersuchung im Labor der Kreatinin- und TSH-Wert bestimmt werden. Der Kreatinin-Wert ist notwendig, um zu überprüfen ob die Nierenfunktion für die Untersuchung ausreichend ist. Mit Hilfe des TSH-Wertes wird überprüft, dass keine Schilddrüsenüberfunktion vorliegt. Patienten mit Diabetes mellitus, welche Metformin einnehmen, sollten dies nach Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt vor und nach einer Kardio-CT-Untersuchung für wenige Tage pausieren.
Wie hoch ist die Strahlenbelastung einer Herz-CT-Untersuchung?
Die Strahlendosis einer Kardio-CT-Untersuchung hängt von der Größe und dem Gewicht sowie der Herzfrequenz der Patienten ab. Im Vergleich zu einer Herzkatheteruntersuchung ist die Strahlendosis in der Regel nicht erhöht. Liegt eine niedrige Herzfrequenz vor, wird die Strahlendosis im Vergleich zu einer Herzkatheteruntersuchung in der Regel unterschritten. Wie bereits beschrieben, liegt der Vorteil der Kardio-CT jedoch primär darin, dass die Risiken einer Gefäßpunktion (Einriss der Gefäßwand, Hämatom) nicht vorhanden sind.
Wir arbeiten im Radiologie Zentrum Bremen mit der modernsten CT-Technologie, um die Strahlendosis auf ein Minimum zu reduzieren.
Kosten des Herz-CT
Erfahrungsgemäß übernehmen alle privaten Krankenkassen die Kosten für eine Kardio-CT-Untersuchung. Patienten mit einer gesetzlicher Krankenversicherung können einen Kostenvoranschlag erhalten, um vorab mit ihrer Krankenkasse abzuklären, ob ihre Kasse die Kosten für die Untersuchung übernimmt oder ob die Untersuchung im Rahmen einer Selbstzahlung erfolgen muss.

Kardio-MRT (Herz-MRT)
Herzinfarkt, Kreislaufversagen und Bluthochdruck sind in den westlichen Industrienationen sehr weit verbreitet. Auch andere Störungen wie zum Beispiel Aneurysmen (Aussackungen der Schlagadern), Herzklappenfehler oder Herzmuskelentzündungen können zu Herz-Kreislauf-Problemen führen. Zudem begünstigen Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen, erhöhte Blutfette, Diabetes mellitus und erbliche Erkrankungen Gefäßverengungen. Die strahlungsfreie Kernspintomographie (MRT) ermöglicht es, das Herz und die Gefäße genau zu untersuchen, um koronare Herzkrankheiten frühzeitig nachzuweisen. Lange bevor man Herz-Kreislauf-Erkrankungen spürt, kann das Herz-Gefäß-MRT diese sichtbar machen.
Früherkennung mittels Kardio-MRT
Mittels Herz-Gefäß-MRT kann man das schlagende Herz betrachten, die Beschaffenheit und Durchblutung des Herzmuskels prüfen, die Funktionsfähigkeit der Herzklappen einschätzen und Herzfehler präzise darstellen. Während der Untersuchung kann festgestellt werden, ob Herzmuskelareale vorhanden sind, die unter Belastung nicht ausreichend durchblutet werden (z. B. bei koronaren Herzkrankheiten). Dabei wird während der Kernspintomographie in der Regel durch Medikamentengabe eine künstliche Belastungssituation für das Herz erzeugt. Oft mals werden erst dadurch Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße sichtbar.
Engstellen der Herzkranzgefäße können mittels 3D-Angiographie der Koronargefäße dargestellt werden. Diese dreidimensionale Darstellung der Gefäße ermöglicht die Untersuchung von allen Seiten und in verschiedenen Ebenen. Sie ist auch für die Untersuchung der Halsschlagader (Arteria carotis), der Hauptschlagader (Aorta), der Arterien im Gehirn und der Nierenarterien möglich. Diese Blutbahnen sind ebenfalls anfällig für arteriosklerotische Ablagerungen.
Ablauf der Untersuchung
Die Herz-Untersuchung läuft ähnlich einer normalen MRT-Untersuchung ab. Sie ist röntgenstrahlungsfrei, schnell und schmerzfrei durchführbar und ohne große Vorbereitungen möglich. In vielen Fällen, z. B. bei der koronaren Herzkrankheit, ersetzt sie die eingreifende und damit nicht risikolose Herzkatheter-Untersuchung, mit vergleichbaren Ergebnissen. Meist wird zur besseren Darstellung der Gefäße ein gut verträgliches Kontrastmittel gegeben. Bei der Aufnahme der Bilder werden relativ laute, klopfende Geräusche erzeugt, die mitunter als störend empfunden werden. Um diese Geräusche zu dämpfen, erhält der Patient Ohrenstöpsel oder einen geschlossenen Ohrenschutz.
Wer trägt die Kosten der Untersuchung?
Während die privaten Krankenkassen die Kosten für kernspintomographische Untersuchungen des Herzens und der Herzkranzgefäße in der Regel übernehmen, werden sie von den gesetzlichen Krankenversicherungen nicht erstattet. Die Untersuchung wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet und Ihnen persönlich in Rechnung gestellt. In jedem Fall sollten Sie mit Ihrer Versicherung diesbezüglich Kontakt aufnehmen.
